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BUSINESS AUF RÄDERN
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# S-Pedelec statt PKW

Business auf Rädern
Veröffentlicht von in Erfahrungsbericht · 5 November 2019
Tags: EBikeAutoErsatzTest
Hallo zusammen,

kurz zu mir. Meine Name ist Ike Behrendt, ich bin 51 Jahre alt und seit einigen Wochen trage ich mich mit dem Gedanken im Frühjahr 2020 mein Auto abzuschaffen und meinen Arbeitsweg (20 km einfache Strecke) mit einem S Pedelec zurückzulegen und ansonsten auf den öffentlichen Nahverkehr umzusteigen.

Da die Anschaffung eines solchen Gefährtes nicht ganz billig ist (beginnt ab ca. 3.500,00 €) habe ich nach einer Möglichkeit gesucht ein S Pedelec für ein paar Tage zu mieten, um die Vorstellung auch in der Praxis zu erproben. Das gestaltete sich schwieriger als gedacht. Halbstündige Probefahrten bei einzelnen Händlern waren möglich, jedoch keine tageweise Vermietung. Nach langem Suchen bin ich dann auf Herrn Döbrich von "Business auf Rädern" gestoßen, deren Tagesgeschäft innovative Mobilitätskonzepte sind. Total offen, freundlich, nett, kompetent und unkompliziert räumte er mir die Möglichkeit ein, ein S Pedelec bei ihm auch tageweise zu mieten. Da ein S Pedelec  angemeldet und mit Steuerkennzeichen versehen werden muss, stellt das natürlich einen höheren Aufwand da, für Herrn Döbrich aber kein Hinderungsgrund.

Ich also ein paar Tage später mit Auto von Potsdam nach Hoppegarten und das Bike eingeladen. Das Bike ist gar nicht so schwer wie ich dachte. Dann zur Arbeit, Auto abgestellt und das erste mal die 20 km von Großbeeren nach Potsdam geradelt. Und es wurde auch ein richtiger Praxistest, denn es herrscht natürlich nicht immer schönes Wetter und wenn man kein Auto mehr hat, muss man auch damit umgehen können. An diesem Tag war 14 °C, Regen und Sturm vorhergesagt und es kam auch so. Ich war vorbereitet und hatte Regenkleidung mit. Kurz gesagt, mit der richtigen Kleidung kein Problem.

Das S Pedelec war ein Haibike SDURO trekking S 8.0 mit Yamaha-Mittelmotor. Wenn man, so wie ich, noch nicht mal ein einfaches Pedelec gefahren ist, ist man echt beeindruckt was für ein Schub so ein S Pedelec erzeugt, wie viel Freude das macht aber auch welche Gefahren es birgt. Erstmal herrscht Helmpflicht auf einem S Pedelec und die normalen Fahrradwege sind tabu. Dazu nachher mehr.

Erstmal zum Bike. Die Bedienung ist denkbar einfach und jeder der schon mal Fahrrad gefahren ist, kommt damit ganz schnell klar. Beeindruckend fand ich den Schub, den der Yamaha-Motor erzeugt. Da mir noch die Vergleichsmöglichkeit zu anderen Herstellern fehlt, ist das natürlich nur bedingt aussagekräftig. Der Schub setzt relativ abrupt ein, schiebt dann aber gleichmäßig und kräftig an und ist total leise. Ich bin ein geübter Radfahrer aber die Unterstützung bis 45 km/h konnte ich bei dem Bike nicht feststellen. Als geübter Radfahrer ist eine Reisegeschwindigkeit von 35 - 40 km/h problemlos möglich, ohne dabei groß ins schwitzen zu geraten. Über 40 km/h hat man das Gefühl, auch bergab, gegen den Motor zu arbeiten und das ist dann echt anstrengend. Alles in allem macht es riesig Spaß, birgt aber auch Gefahren. Für mich aber auf jeden Fall eine wirkliche Alternative zum Auto.

In allen Fachgeschäften, und so auch bei "Business auf Rädern", wurde ich richtigerweise darauf hingewiesen, dass ich auf normalen Fahrradwegen mit einem S Pedelec nicht fahren darf, da dies als Kleinkraftrad eingestuft ist. Meine Erfahrungen nach 2 Tagen sind eindeutig. Es ist zwar verboten, aber ich werden es in vielen Fällen trotzdem tun. Grund? Das S Pedelec ist noch ein Nischenprodukt und die Infrastruktur ist dafür noch nicht ansatzweise ausgelegt. Die Straßen zu eng, damit zu gefährlich, die Radwege zu schmal und teilweise zu schlecht. Ich entscheide mich lieber, vielleicht mehrfach im Jahr, die Strafe dafür zu bezahlen, als einmal auf der Straße über den Haufen gefahren zu werden. Ich bin selbst Autofahrer und muss zugeben, an diese schnellen "Fahrräder" muss man sich echt erst gewöhnen. Man will abbiegen, sieht vorher in den Spiegel und sieht ein "Fahrrad" in entsprechender Entfernung und denkt, da kann ich locker noch abbiegen, aber man rechnet nicht damit, dass das Gefährt mit 35 km/h angeschossen kommt. Hier müssen sich Auto- und S Pedelc Fahrer noch aneinander gewöhnen. Wichtig als S Pedelec Fahrer ist wirklich sehr vorausschauend zu fahren und lieber einmal mehr zurückstecken als auf sein Recht zu pochen. Und man muss in der Stadt und auf dem Radweg auch nicht unbedingt 35 km/h fahren.

Für mich steht zumindest nach diesen beiden Tagen fest, ich steige im kommenden Jahr auf ein S Pedelc um und schaffe mein Auto ab. Ich tue damit was für die Umwelt und für meine Gesundheit.

In Rahmen der Mobilitätswende habe ich mich mal informiert, welche Möglichkeit der Förderung es im Land Brandenburg gibt, wenn man seinen PKW abschafft und sich dafür ein Pedelec zulegt. Vom Staat gibt es die direkte Förderung nur, wenn man ein E-Auto kauft, bei Pedelecs leider nicht. Hier sehe ich von der Politik noch starken Nachholbedarf. Es gibt lediglich die Möglichkeit über den Arbeitgeber das Fahrrad zu leasen und sich steuerliche Vorteile zu sichern. Dies ist aber eine freiwillige Aktion der Arbeitgeber.
Meinen Arbeitgeber habe ich dahingehend angesprochen und die Geschäftsleitung wird sich in den nächsten Wochen Gedanken darüber machen. Ich bin gespannt wie die Entscheidung ausfällt. Und sollte es konkret werden, werde ich mich immer an "Business auf Rädern" und an Herrn Döbrich erinnern und  kann mich nur nochmal bei Ihm und seinen Leuten bedanken und empfehle sie wärmstens weiter.

Mit freundlichen Grüßen
Ike Behrendt


Business auf Rädern GmbH
Dorfstraße 26
15366 Hoppegarten OT Hönow
info@business-auf-raedern.de

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